Samsung betreibt Tablet-Recycling und lässt sich das vom Kunden gut bezahlen

Samsung gibt Preise für Samsung Galaxy Note 10.1, Galaxy Tab 2 (7.0), Galaxy Tab 2 (10.1) bekannt und stößt damit auf wenig Gegenliebe.

Android, Dual-Core-Prozessor, HD-Auflösung, 729 Euro UVP. Wer beim Lesen die Stirn runzelt, dem geht es nicht anders als vielen potentiellen Samsung-Kunden, die sich auf das neue Samsung Galaxy Note 10.1 gefreut hatten. Betrachtet man nur die technischen Daten, kann man sich mit Sicherheit nicht beschweren. Auch wenn der Quad-Core-Prozessor schon in einigen Tablets Einzug hält, ist das Note 10.1 ein gutes Stück Technik. Nennt man die technischen Eigenschaften in Verbindung mit dem Preis, sieht die Sache schon anders aus. 729 Euro wird wohl kaum jemand bereit sein, für ein Tablet zu zahlen, dass er in der selben Optik, mit fast identischen Daten bei Amazon, unter dem Namen Samsung Galaxy Tab 10.1 N auch für ca. 420 Euro bekommen könnte.

Samsung lässt sich beim Galaxy Note 10.1 sein neues “Superfeature” mehr als gut bezahlen. Der S-Pen, ein Stift, mit dem man das Tablet bedienen kann und die paar dazugehörigen neuen Funktionen scheinen den Preisunterschied von 250 bzw 300 Euro (ob der Preis für die 3G- oder Wifi-Variante gilt ist noch nicht klar) auszumachen. Auch bei der zweiten Generation der Galaxy Tabs 7 und 10.1 setzt Samsung die Preislatte so hoch an, dass die Tablets wohl zu absoluten Ladenhütern werden. Hardware-technisch sind die Änderungen gleich null. Gleicher Prozessor, gleiches Display, gleiche Auflösung, gleicher Arbeitsspeicher. Immerhin hat Samsung dem Galaxy Tab 2 (10.1) im Gegensatz zum Vorgänger einen micro-SD-Slot verpasst und auch Software-technisch wurde das Tablet an den heutigen Standard angepasst. Anstatt mit Android 3.0 Honeycomb wird die zweite Generation mit Android 4.0 ausgeliefert. Aber man muss nicht glauben, dass Samsung die recycelten Geräte zum Kampfpreis anbietet. Die UVP für das Galaxy Tab 2 (7.0) mit der geringsten Ausstattung liegt bei 429 Euro (16 GB, Wifi-Only) für das Galaxy Tab 2 (10.1) entsprechend bei 499 Euro.

Ob die minimalen Neuerungen den Kunden davon überzeugen können, in den Laden zu gehen um sich ein Samsung-Tablet zu kaufen bleibt zu bezweifeln. Auch potenzielle Käufer ohne großes know-how werden sich bei einer Investition in der dieser Größenordnung vorher ein Bild über den Tablet-Markt verschaffen. Samsung hält hier scheinbar den Kunden ein wenig zum Narren, denn während bei der ersten Generation der Preis aufgrund von Entwicklungskosten noch gerechtfertigt war, werden nun einfach alte Materialen wiederverwendet. Um mit dem neu vorgestellten iPad mithalten zu können muss Samsung definitiv andere Geschütze auffahren.

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www.ulresch.de

Student Technikjournalismus/PR. Bloggt auf ulresch.de über mobile Technik, Social Media und aktuelle Themen aus der Netzwelt. Im Internet eigentlich überall auffindbar, vermehrt bei Facebook, Google+ und Twitter. Kontakt: ulresch@gmail.com

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