Facebook kauft WhatsApp – Eine Einordnung

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In den letzten Tagen wurde viel erzählt, geschrieben und geflucht. Im Mittelpunkt stand der Kauf von WhatsApp durch Facebook. Mit ein bisschen Abstand gebe ich heute auch meinen Senf dazu und versuche mich an einer Einordnung.

Was ist passiert?

statista-infografik_1924_zukaeufe-von-tech-unternehmen-Facebook hat vor zwei Tagen bekannt gegeben, dass man den beliebten Messenger WhatsApp übernehmen werde – für Sage und Schreibe 19 Milliarden Dollar. 19 Milliarden Dollar! Für den Preis hätte man beinahe Motorola und Nokia übernehmen können.

Facebook kann es sich leisten. Dafür erhält der Konzern mehr als 450 Millionen Nutzer (Stand Februar 2014) und – was viel wichtiger ist – ihre Daten.

Wie geht es weiter?

Auf dem eigenen Blog gab WhatsApp bekannt, dass sich für Nutzer vorerst nichts ändern wird:

Und das wird sich für euch, unsere Benutzer, ändern: Nichts.

WhatsApp wird eigenständig bleiben und unabhängig arbeiten.

Fraglich ist, wie lange diese Aussage bestand haben wird. Auf die schnelle wird sich sicherlich nichts ändern. Dafür gibt es auch keinen Anlass und die Integration von WhatsApp in Facebook wird einige Zeit dauern. Früher oder später wird WhatsApp aber ein Teil des Facebook-Universums. Die Frage ist nur in welcher Art und Weise.

whatsapp datenschutzWelche Vorteile könnte die Übernahme haben?

Auch wenn Facebook oft als das größte Übel in Sachen Datenschutz dargestellt wird – verglichen mit WhatsApp hat das Netzwerk die Nase ein ganzes Stück vorn. Was WhatsApp bisher in diesem Punkt gemacht hat ist schlicht und ergreifend unterirdisch. Da freut man sich schon über ein kleines Update, mit dem etwas mehr Privatsphäre auf Smartphones einhält.

WhatsApp musste sich bisher außerdem nicht an die europäischen Datenschutz-Vorschriften halten. Dies wird sich durch den Kauf von Facebook ändern. Konzerne wie Facebook oder Google sind vielen Datenschützern ein Dorn im Auge und stehen im Fokus der Öffentlichkeit. Dementsprechend wird ihnen auch genauer auf die Finger geschaut, als so einem Popel-Unternehmen wie WhatsApp.

Welche Nachteile könnten entstehen?

Facebook gewinnt noch mehr die Macht über unsere Daten. Natürlich – jedes Unternehmen sammelt Daten. Daten sind DIE Währung des Internets. Trotzdem ist es bedenklich, dass Unternehmen wie Facebook oder Google derartige Mengen an Daten sammeln und ich kann jeden verstehen, der dabei ein ungutes Gefühl hat.

Was für Alternativen gibt es?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Line ein wirklich guter Messenger ist. Hier sieht es in puncto Datenschutz allerdings auch nicht viel besser aus als bei WhatsApp. Ein paar interessante Alternativen findet ihr auf den folgenden Seiten:

Ist ein Wechsel nötig?

[social_share/]

Eine gute Frage, die nur jeder für sich selbst beantworten kann. Das Gute: Es gibt mehr als genug gelungene Alternativen. Das Problem: Es gibt mehr als genug gelungene Alternativen.

Wahrscheinlich wird genau diese Vielzahl an Alternativen dafür sorgen, dass die meisten Nutzer bei WhatsApp bleiben. Freund A nutzt jetzt Viber, Freund B versucht alle seine Freunde zum WeChat zu bekommen und Freund C setzt auf Threema. Am Ende ist jeder mit sich oder ein paar vereinzelten Freunden alleine und alle treffen sich bei WhatsApp wieder.

Fazit

Wie sich die Geschichte entwickeln wird, ist bisher noch nicht zu sagen. Die Übernahme durch Facebook kann sowohl Vor- wie auch Nachteile bringen. Auch Instagram wurde von Facebook gekauft und gehört heute zu den am schnellsten wachsenden Netzwerken. Wir können also gespannt sein, wie sich die Kombination Facebook/WhatsApp in den nächsten Monaten entwickelt.

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Was denkt ihr über den Deal? Bleibt ihr bei WhatsApp oder werdet ihr den Messenger wechseln? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Bildquelle: Blogtogo

Der Autor

Baujahr 1985 | B. Sc. Technikjournalismus & Public Relations | Berater für digitale Kommunikation | technikbegeistert | #effzeh-Fan | Kontakt: Google+ | Twitter | E-Mail: ulresch@gmail.com

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